Sabine Karb | FAST FASHION | © kozbial
Laura Saumweber, Tanztee | © Ben Reiss

Tanztee & Prosecco

Laura Saumweber

VerTANZstaltung #1: Cia. Carla Sisteré (Barcelona): Sadnessländ

Montag, 25. November 2024 | Folgetermin: März 2025
16 – 18.15 Uhr

MÜNCHENSTIFT – Theatersaal
Rümannstr. 60, 80804 München
Tickets: www.eventbrite.de/

Künstlerisches Team »Tanztee & Prosecco«: Andrea Marton, Martha Kröger, Leonie Priepke, Laura Saumweber, mit Federico Marín (Produktion) & Ben Reiss (Video)

Cia Carla Sisteré (Barcelona): Sadnessländ
Zeitgenössischer Tanz | für alle | 15 Minuten
Inszenierung: Carla Sisteré | Tanz: Paula Sánchez, Carla Sisteré, Aaron Vázquez | Outside Eye: Mati Casini, Ombline Huvelle | Musik: Alexander Espinoza / Produktion: Anna Sagrera

 Ein Stück, das in einem Walzer auf der Suche nach Glück spielt. In einem zeitlosen Raum, der Sadnessländ heißt und von Almond und Sandy bewohnt wird. Sie erinnern uns daran, dass wir immer noch lebendig sind. Für alle Menschen, die sich schon einmal gefragt haben: Warum bin ich nicht glücklich?

Mit dem Pilotprojekt »Tanztee & Prosecco« wagt Laura Saumweber neue (Tanz-)Schritte hinein in eine Umgebung, die sonst eher als geschlossene Gesellschaft ausgeblendet wird. In Kooperation mit MÜNCHENSTIFT wird die Veranstaltungsreihe »Vertanzstaltung« erprobt und der Lebensraum »Seniorenheim« durch Tanz zum Ort der öffentlichen kulturellen Begegnung für die ganze Münchner Stadtbevölkerung.

Gast beim ersten öffentlichen »Vertanzstaltung«-Termin am 25. November ist die Kompanie Cia Carla Sisteré aus Barcelona.

Das MÜNCHENSTIFT-Haus an der Rümannstraße hat einen Veranstaltungssaal, der sich gut für Tanz- und Theateraufführungen für die Bewohner*innen des Hauses und Publikum aus der ganzen Stadt eignet. Die Münchner Tänzerin Laura Saumweber setzt mit ihrem Team (Martha Kröger, Leonie Priepke, Andrea Marton, Federico Marín) auf die vielfältige Kraft der Bewegung und schafft Anlässe, bei denen sich die Bewohner*innen und das Personal des Seniorenwohnheims und das Publikum aus der Stadt begegnen. Jeweils ein Gast und ein*e Bewohner*in werden als Team ausgelost. Andrea Marton und Laura Saumweber moderieren die Begegnung. Dazu spielt Livemusik (Lukas Mario Maier), zu der man sich auch bewegen darf, wenn man mag. Wenn nicht, erzählt man sich etwas, oder man beobachtet, was die anderen machen. Dann schauen alle zusammen die etwa 15-minütige Tanzvorstellung von Cia Carla Sisteré an. Und wie bei jedem besonderen Theatererlebnis darf auch hier die Bar nicht fehlen, die nach der Vorstellung zum Verweilen und Austausch, mit oder ohne Prosecco und Tanz, geöffnet ist. Um 18.15 Uhr trennen sich die Wege wieder.

Laura Saumweber über die Idee zu »Tanztee & Prosecco«

Auch in München wird die Bevölkerung immer älter. Teilhabe und Kultur für alle ist zwar ein kulturpolitisches Ziel, das schon in den 70er Jahren großgeschrieben wurde, jedoch immer noch nur lückenhaft umgesetzt wird. Dazu kommt, dass ich finde, dass wir alle eine gesellschaftliche Verantwortung füreinander haben, die auch anhält, wenn jemand womöglich nicht mehr eigenständig leben kann und sich entscheidet, in ein Seniorenheim zu ziehen. Welche Formate sind dementsprechend nötig, um nicht nur zeitgenössischen Tanz in die Einrichtungen und exklusiv zu den Bewohner*innen dieser Heime zu bringen, sondern auch das reguläre Publikum zu neuen Spielorten und zu neuen Begegnungen einzuladen?

Kann ein Altenheim als »Co Working-Space« für künstlerische Praxis im Einklang und im Austausch mit der Lebensrealität der Bewohner*innen funktionieren?

Ich möchte im Rahmen dieses Projekts zu einem größeren Bewusstsein gegenüber unkonventionellen Bühnenräumen für freischaffende Tänzer*innen beitragen und gleichzeitig für die Lebensrealitäten älterer Menschen und deren kulturelle Bedürfnisse in unserer Stadt sensibilisieren. Viel zu wenige Menschen kennen den Lebensraum “Seniorenheim”, bevor sie vielleicht selbst einziehen. Der zeitgenössische Tanz kann ein Weg sein, diesen Lebensraum als öffentlichen, kulturellen Begegnungsort zu erschließen, mit dem Anspruch, eine professionelle Bühne für Künstler*innen und Publikum zu bieten. Alle Menschen haben ein Bedürfnis nach ästhetischen Erfahrungen, egal wie alt oder beweglich sie sind. Grundantrieb für meine Arbeit ist, für Menschen allen Alters Zugänge zum professionellen, zeitgenössischen Tanz zu ermöglichen. Ich bin davon überzeugt, dass generationenverbindende Formate die Resilienz unserer Gesellschaft in Zeiten des Wandels steigern und zu einem emphatischen gesellschaftlichen Miteinander beitragen können.

Laura Saumweber ist freischaffende Tänzerin, Tanzvermittlerin und Choreografin. 2022 feierte ihre erste abendfüllende Tanztheater-Produktion »Ode an die Dinge« in Zusammenarbeit mit Paula Niehoff & Martha Kröger Premiere im HochX München. Die Motivation, Menschen durch Tanz miteinander zu verbinden, führte 2017 zur Co-Gründung des contweedancecollective und ist zentraler Ausgangspunkt ihres künstlerischen und pädagogischen Schaffens. Sie realisiert eigene Produktionen im Bereich Tanztheater, entwickelt soziokulturelle Projekte (wie z.B. Our Heritage) und tanzt in verschiedenen Ensembles. Ihre Stücke waren u.a. beim International Choreography Festival Hong Kong (2017), Buffer Fringe Performing Arts Festival Cyprus (2018), Hier=Jetzt Festival München (2019), Raíces Barcelona (2019), Kontaktfestival Bamberg (2018, 2019, 2022) oder Art Release Amsterdam (2016) zu Gast. Seit 2020/21 ist sie als freie Choreografin des TanzLAB der Schauburg München – Theater für junges Publikum engagiert und leitet in diesem Rahmen auch international Co-Kreationen mit jungen Menschen in Kenya & Indien. Seit 2020 kreiert sie vor allem Stücke für junges, altes und generationenübergreifendes Publikum.

2014 absolvierte Laura Saumweber in Barcelona eine Berufsausbildung zur Bühnentänzerin. Danach setzte sie ihr Studium in den Niederlanden an der ArtEZ University of Arts fort, wo sie 2017 den Bachelor of Dance in Education abschloss. 2019 nahm sie das Fernstudium »Kunst- und Kulturmanagement« (MA) an der Professional School der Leuphana Universität Lüneburg auf.